Schrankbau

Hallo Camperfreunde,

heute berichten wir euch vom Aufbau der Schränke, Wände und Sitzkisten.

Bei einem Camper Selbstausbau ist es sehr wichtig, dass man auf das zulässige Gesamtgewicht bzw. die erlaubte Zuladung des Fahrzeugs achtet. Da kommt bei kompletter Ausrüstung einiges zusammen. Wo es geht, sollte man so viel Gewicht wie möglich einsparen um später genug Reserven zu haben.
Wir haben uns für den Bau der Schränke, Wände, Sitzkisten etc. für eine Konstruktion aus Ständerwerk mit Holzlatten und einer Verkleidung aus dünnem und leichtem Pappelsperrholz entschieden.

Holzlatten                 18×44 x 2000 mm
Pappelsperrholz   420×297 x   3 mm (Oberschränke Zwischenwände)
Pappelsperrholz 1200×600 x   8 mm (Oberschränke)
Pappelsperrholz 1200×600 x 10 mm (Sitzkisten, Wände und Türen)

Diese Art des Aufbaus hat neben dem Gewicht den Vorteil, dass man sich optimal an die Strukturen des Fahrzeugs anpassen kann und den maximalen Platz ausnutzt.
Außerdem liegt uns diese improvisierte Bauweise, da man nach der grundsätzlichen Planung, spontan neue Ideen einfließen lassen kann.

Zusätzlich ist es für den Winterbetrieb wichtig, dass die warme Heizungsluft auch durch die Schränke zirkulieren kann, ansonsten könnten die Schränke einfrieren oder schimmeln, wenn sie länger nicht geöffnet werden. Zwischenwände oder Rückwände werden also nur eingezogen, wo sie benötigt werden um den Inhalt der Schränke  festzuhalten oder das Armaflex zu schützen.

Wände Badezimmer an der Schiebetür und Küchenschrank Kühlschrank

Sitzkiste links und Küchenschrank unter Kochfeld

Sitzkiste rechts für Akkus und Stromversorgung

Alle Verbindungen sind geschraubt und zusätzlich mit Montagekleber fest verbunden. Der Montagekleber (Holzleim würde sicher auch gehen) bringt eine enorme Festigkeit in die Konstruktion. Die Holzlatten sind ja recht dünn und ohne versteifende Dreiecke ist die geschraubte Konstruktion noch recht wackelig, aber sobald der Kleber trocken ist, ist alles schon sehr stabil. Die abschließende Verblendung mit Sperrholz bringt die endgültige Versteifung.

In unserem Wohnwagen aus den 80er Jahren waren die Sitzkisten ähnlich gebaut, dabei waren die Latten aber noch dünner und das Sperrholz auch höchstens 4 mm. Darauf konnte man, ohne sich übervorsichtig zu benehmen, problemlos sitzen.

Für die Hängeschränke bzw. Oberschränke hatten wir mit der Nietmuttern Zange über die volle Länge eine Holzlatte an die Wand und eine an die Decke geschraubt. Die dritte Holzlatte, die die untere Vorderkante bildet, hängt quasi frei im Raum.

Mit einer Schablone aus Pappe suchten wir erst die grundsätzliche Form für die Zwischenwände links und rechts und sägten diese alle aus 3mm Sperrholz. Das wirkt zwar sehr dünn, muss aber erst einmal nur den dritten Balken tragen. Die Tragkraft kommt dann zusätzlich durch den Boden und die vordere Wand.

Für einige Zwischenwände wurden dann die Sonderformen ebenfalls mit der angepassten Schablone aus Pappe übertragen und mit der Stichsäge ausgesägt.

Zur Verstärkung der Zwischenwände an den Stellen, wo diese mit kleinen Metallwinkeln an die Balken befestigt wurden, haben wir kleine (Rest-)Stücke der Holzlatten geklebt und geschraubt.

An den Tragbalken an der Wand, haben wir kleinere Latten befestigt (Reste alter Bilderrahmen), daran werden die Schrankböde mit befestigt.

Flatterband nach einigen fast Zusammenstössen

Details vom Bad aus gesehen

Verbindung Oberschrank mit Wand zum Badezimmer

Für die bessere Luft Zirkulation haben wir nachträglich noch ein paar Öffnungen gebohrt.

Als nächstes werden die Rückwände mit dünnen Kunststoffplatten (Reststücke von Messe Displays) verkleidet. So nutzen wir die Rundung optimal aus und das empfindliche Armaflex ist geschützt. Das Holz haben wir weiß gestrichen.

Und endlich wieder etwas helles in unserer schwarzen Höhle.

In die Ecken klebten wir Türdichtungen. Wir hatten auch überlegt Kordel zu verwenden, das hatten wir einmal bei professionellen Ausbauern gesehen.
Habt ihr vielleicht schön ähnliches zur Ecken Verschönerung verarbeitet?
Über einen Tipp in den Kommentaren unten würden wir uns freuen!

Später kommen noch Zwischenböden in die Schränke. Mit dem ersten Test Schrank sind wir sehr zufrieden, jetzt können wir in die Serienfertigung gehen.

Sieht doch schon gut aus, oder?

Probeliegen von T-Shirts

 

Wenn wir alle Oberschränke so ausgebaut haben, werden als letztes die Frontseiten mit großen Platten verkleidet. In diese werden wir Öffnungen für die Türen sägen.
Darüber werden wir dann in einem eigenen Bericht zum Thema Türen berichten, wenn wir soweit sind.

Zu diesen Arbeiten haben wir auch wieder ein YouTube Video erstellt, viel Spaß beim anschauen! Lasst einen Daumen hoch da, wenn es euch gefällt! Am besten gleich den Kanal abonnieren.

 

Update 01/2020:
Wir haben festgestellt, dass die Kunststoffverkleidung des Armaflexes bei Winterbetrieb nicht optimal ist. Da die warme Heizungsluft nicht bis zum Armaflex kommt, aber jedoch die feuchte Raumluft, kann sich dahinter Kondenswasser bilden. Wir haben nun auch diese Verkleidung gegen Klebefilz getauscht.

Wir übernehmen keinerlei Garantie für die Richtigkeit unsere Angaben. Alles sollte durch einen Fachmann ausgeführt werden!

Bis bald

Nils Campervan Team

13 Gedanken zu „Schrankbau

  1. Langsam wird es gemütlich in eurem Nils!
    Es ist ja echt viel Arbeit, aber dafür wird es ganz bestimmt auch richtig schön!
    Weiterhin viel Erfolg und wir wünschen ein ganz schönes Wochenende, vielleicht endlich mal mit bissel Frühling, liebe Grüße
    Monika und Mimi.

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    • Vielen lieben Dank!😀 Gemütlich finden wir es im Moment noch nicht, aber es wird bestimmt bald etwas freundlicher. Das schwarze Armaflex können wir nicht mehr sehen. Wir sind froh, wenn wir etwas Farbe in den Nils bekommen. Heute haben wir das dritte Fenster eingebaut. 😀LG und noch ein schönes Rest Wochenende von Daniela, Ralf und Jule.

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    • Hallo,
      vielen Dank!
      So wirklich gemessen haben wir das gar nicht. Die Oberschränke hängen an einem Balken vorne an der Decke und einem unten an der Wand. Diese sind genau dort angebracht, wo in den Holmen die Bohrungen für die Nietmuttern vorhanden waren. Den Winkel für die Schräge Front haben wir nach Gefühl umgesetzt.
      Die Tiefe unten ist ca. 25cm und die Höhe der Front 32cm.
      Jetzt fehlen noch die Schranktüren und Zwischenböden.
      LG Ralf, Daniela und Jule

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  5. Hallo ihr drei,

    wie lange musste ich suchen um so einen genialen Ausbau und dessen exakte Beschreibung zu finden.

    Für eure unendlichen Bemühungen vielen Dank

    Euer
    Andreas

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  6. Hallo,
    Ich bin sehr begeistert durch euren Blog gegangen und mir schon die eine oder andere Anregung für meinen Ausbau geholt. Eine Frage zu euren Hängeschränken hätte ich. Ihr habt ja nun sicher einige Erfahrungen sammeln können was die Dimensionen angeht. Was ist denn eurer Meinung nach ein empfehlenswertes Maß für die Schrankhöhe und Tiefe?
    VG
    Jakob

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    • Hallo,
      das ist schwierig zu beantworten.
      Bei uns war die Größe der Hängeschränke eine Mischung aus Gegebenheiten im Fahrzeug (wo Träger und Schrauben oben und unten sind), dem Gesamtdesign bzw. Layout (Kopffreiheit über Bett, über Arbeitsplatte Küche), Optik (Verhältnis Höhe/Breite/Gesamtausbau) und Kleidungsgröße (aufgerollte Wander T-Shirts).
      Wir haben die Hängeschränke im Fahrzeug aufgebaut und nicht vorgeplant, dabei hat sich das so ergeben. Die Tiefe ist. ca. 25cm und die Höhe ca. 35cm.
      Liebe Grüße
      Nils Campervan Team

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