Akku und Solarstrom Test

Hallo Camperfreunde,

wir möchten gerne mit Nils auch autark, also ohne Landstrom Anschluss, stehen können und werden dafür eine Solaranlage einbauen.

Auch zum Thema Solaranlage haben wir sehr lange recherchiert und auch auf dem Caravan Salon in Düsseldorf bei den Herstellern bzw. Händlern über die möglichen Komponenten informiert. Es gibt Premium Anbieter, die in sehr guten Handbüchern oder Katalogen alle Teilbereiche beschreiben und über sehr gute Komplettlösungen verfügen.
Alternativ dazu, kann man sich auch selbst jede einzelne Komponente nach Preis und Gefallen suchen.
Wir wollten aber nicht versuchen, jeweils die günstigsten Komponenten unterschiedlicher Hersteller zusammen zustellen, da es durchaus möglich ist, dass einzelne Teile nicht wirklich kompatibel sind.

Das zentrale Element für die Stromversorgung sind die Akkus. Diese liefern 12 Volt Spannung und versorgen, wenn man nicht am 230 Volt Stromnetz angeschlossen ist, alle Geräte wie Licht, Kühlschrank, TV, Handy, PC oder Heizung mit Strom.

Die Größe des bzw. der Akkus, ist abhängig vom Stromverbrauch und der Anzahl Tage, die man autark stehen möchte.
Im Netz findet man einige gute Seiten, wo bei der Berechnung der benötigten Kapazität geholfen wird. Das haben wir auch probiert, war aber für uns nicht wirklich zielführend. Es gibt einfach zu viele Variablen, die man nicht berechnen oder voraussehen kann. Der Stromverbrauch eines Hauptverbrauchers wie z.B. ein Kühlschrank, ist vom Hersteller zwar angegeben, teilweise sogar mit der Angabe der Außentemperatur (Sommer/Winter), aber wie warm wird man es in seinem Wohnmobil haben? Das gleiche dann bei der Heizung (Gebläse der Gasheizung braucht Strom), wie oft muss die anspringen um die Temperatur zu halten und welche Auswirkung hat das dann wieder auf den Kühlschrank…?
Wir haben uns nun für 2 Akkus mit jeweils 100 Ah, also zusammen 200 Ah entschieden. Diese Größe haben wir so im Schnitt bei anderen Wohnmobil Besitzern als Empfehlung gehört oder gelesen. Wir werden berichten, wie weit wir damit kommen.

Die nächste Frage ist dann die Art des Akkus. Man kennt ja die Starter Batterie aus dem Auto, das sind Blei-Säure Akkus. Starter Batterien sind aber nur für kurze starke Ströme, also den Anlasser, gedacht und nicht für die Stromversorgung im Wohnmobil. Aus Blei-Säure gibt es aber auch Solar Batterien, das wären auch aktuell die günstigsten, haben aber auch ein paar Nachteile. Vor allem geben die (Knall)-Gas ab und müssten belüftet stehen und nicht im geschlossenen Wohnraum.
Daneben gibt es Blei-Gel und AGM Akkus und die neueste Technik der Lithium-Ionen bzw. LiFePo4 Batterien. Die letzteren sollen extrem viel länger halten und könne auch tiefer entladen werden, aber die Preise sind auch noch extrem.
Wir haben uns für Blei-Gel Akkus entschieden.

Alle weiteren Hauptkomponenten einer so genannten Insellösung drehen sich in der Hauptsache darum, wie man die Akkus wieder auflädt.
Wir möchten als Stromquellen zum Aufladen natürlich den Landstrom verwenden, also wenn wir z.B. auf dem Campingplatz per Kabel an 230 Volt Netzspannung hängen. Zusätzlich bei der Fahrt durch die Lichtmaschine des Motors mit einem so genannten Batterie-zu-Batterie oder B2B Laderegler.
Und die unbegrenzt verfügbare und kostenlose Stromquelle von oben möchten wir natürlich auch nutzen, dazu benötigt man einen Solar-Laderegler.

Diese drei Lade-Geräte könnte man nun einzeln an die Akkus anschließen, um diese zu laden.
Unsere Endscheidung viel aber auf ein Kombigerät des Herstellers Votronic mit der Bezeichnung „VBCS 30/20/250 Triple“.  In dieser einen Komponente sind die drei Laderegler für Land-, Solar- oder Lichtmaschinen-Strom vorhanden. Zusätzlich gibt es noch viele andere Funktionen wie unter anderem auch, dass die Starter Batterie des Autos auch mit geladen wird. (Eine komplette Liste der Funktionen findet ihr auf der Seite des Herstellers). Zu dem Triple gibt es ein eigenes Bedienpanel mit Anzeige des aktuellen Ladestroms und woher dieser kommt.

Zusätzlich haben wir einen LCD-Batterie-Computer „Votronic 1266“ mit Mess-Shunt gekauft, mit dem man den kompletten, aus der Batterie gezogenen Strom messen kann. An dieser Anzeige kann man im Betrieb ungefähr ablesen, wie viel Energie in den Akkus noch verfügbar ist. Das Gerät haben wir noch nicht getestet, da wir auch noch keine richtigen Verbraucher angeschlossen haben.

Als Solarzellen haben wir uns zwei Panels mit je 100WP gekauft, das müsste für unseren Bedarf erst einmal reichen.
Über den Einbau der Solar Panels werden wir berichten, wenn es endlich warm genug für den Kleber ist.

Die Komplette Anlage haben wir bei der Firma Offgridtec GmbH bezogen, die uns vorab sehr gut beraten haben und die auch sehr schnellen, freundlichen und guten Service bieten.

Die Installations- und Bedienungsanleitung des Triple ist sehr detailliert und die vielen Einstellungsmöglichkeiten waren kein Problem.

Vorab hatten wir gehört, dass man mehrere Batterien nur parallel schalten darf, wenn diese eine gleiche Kapazität, Ladung und das gleiche Alter haben. Ansonsten könnte es passieren, das sich die Batterien gegenseitig stören.
Das ist vor allem wichtig, wenn man später seine Kapazität erhöhen möchte. Das funktioniert nur sicher, wenn sowieso die altersschwachen Batterien ausgetauscht und alle erneuert werden.
Offgridtec hatte uns auch beraten, vor dem ersten parallel schalten, jede einzelne Batterien erst komplett aufzuladen, damit sie die gleiche Spannung haben.

Batterie Spannung wird mit einem Standard Messgerät beobachtet

Da sich unser Ausbau leider wegen des ungünstigen Wetters etwas verzögert hatte, wollten wir die Anlage vorher einfach einmal zum Test aufbauen.

Auf einem kleinen Möbel-Rollbrett haben wir so den Testaufbau mit den beiden Akkus, dem Triple und dem Display aufgebaut. Jeder der Akkus wiegt ca. 30Kg, aber mit dem Rollbrett kann man den Testaufbau leicht durch die Gegend schieben.

Hochzeit der Akkus

Zum Test haben wir so dann auch die Konstruktion einmal in den Garten gebracht und die Solar Panele angeschlossen.

Und siehe da, „es werde Strom“

 

Der Testaufbau hat sich auch als sehr gut erwiesen, denn wie sich dabei heraus stellte, war einer der Akkus defekt. Normalerweise sind die Blei-Gel Akkus verkapselt und geben kein Gas an die Umwelt ab. Sie besitzen lediglich ein Überdruckventil für den Notfall. Einer unserer Akkus gab beim ersten Laden, kurz bevor er voll war, einen lauten Pfiff ab und zischelte dann leise vor sich hin.

Der Akku wurde von Offgridtec ohne Probleme gleich ausgetauscht, wirklich toller und zuvorkommender Service, vielen Dank!

 

Wir übernehmen keinerlei Garantie für die Richtigkeit unsere Angaben. Alles sollte durch einen Fachmann ausgeführt werden!
In unserem Blog nennen wir einige Produktnamen. Das ist keine Werbung oder Produktplatzierung, wir berichten einfach nur, welche Produkte wir gekauft haben!

Bis bald

Nils Campervan Team

 

6 Gedanken zu „Akku und Solarstrom Test

  1. Wow, das finde ich aber mal eine klasse Idee, eine Solaranlage für Nils, das ist ja toll, daß es sowas gibt!
    Von der ganzen Technik verstehe ich nicht wirklich was, aber es war richtig spannend, und ich freu mich, daß der Testlauf erfolgreich war. Nun muß nur noch das Wetter wieder mitspielen!
    Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Erfolg beim Weiterbau von eurem Nils, gutes Wetter wünschen wir uns wohl alle wieder, und falls wir uns vorher nicht mehr lesen sollten, wünsche ich euch frohe und schöne Ostertage, liebe Grüße
    Monika.

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