Solaranlage – Insellösung

Hallo Camperfreunde, Nils ist jetzt eine Insel!

Wir möchten euch nun von unserem Einbau einer Solaranlage berichten, damit haben wir nun eine Anlage als Insellösung. Endlich war gutes Wetter angekündigt und über das Wochenende Temperaturen bis 20 Grad. Warm genug für die Klebung der Solarpanel auf das Dach.

Solarpanel und viele andere Teile im KFZ Bereich werden heute geklebt, wie wir gelesen haben, sogar schon Autositze. Bei richtiger Anwendung soll der Kleber erheblich besser am Dach halten, als es einfache Schrauben in dem dünnen Blech könnten. Wichtig ist es aber extrem sauber, trocken und bei ausreichender Temperatur zu kleben. Danach darf es auch regnen, der Kleber benötigt Luftfeuchtigkeit zum Abbinden.

Da der Einbau von gleich zwei Solar Panel einiges an Zeit benötigt, war eine gute Planung und Vorbereitung wichtig. Alles zusammen haben wir auch ein komplettes Wochenende gebraucht.

Als wir die Panel klebten, haben wir leider nicht sehr viele Fotos gemacht. Aber gefilmt haben wir einiges, was ihr auf YoutTube sehen könnt.

Am besten gleich den Kanal abonnieren.

Vorbereitungen Stromspeicher

Nach den Testläufen unserer Stromspeicher und des Ladegerätes, musste das nun erst einmal in den Nils umziehen. Wir haben die Sitzkiste auf der rechten Seite als Elektroraum ausgesucht, da hier der Weg von der Landstrom CEE Steckdose am kürzesten ist und das Gewicht der 60Kg Akkus am besten platziert ist. Von hier aus erreichen wir auch die Steckdosen am Tisch bzw. Bett und über einen Kabelkanal die Küche recht gut. Nur zur Starterbatterie unter dem Fahrersitz für B2B ist es etwas weit, da müssen wir dann wegen der Länge eine dickere Leitung einsetzen.

Massepunkt

Es ist vorgeschrieben, dass von der CEE Landstrom Dose auf dem kürzesten Weg eine Verbindung zur Fahrzeugmasse mit mindestens 4 mm² erfolgt. Einen zentralen Massepunkt hatten wir uns bereits im Elektroraum geschaffen. Der müsste auch mit unter 2 Metern nah genug an der CEE Dose sein. „Auf dem kürzesten Weg“ war uns dann aber doch zu heikel und wir haben direkt neben der CEE Dose im letzten Holm einen weiteren „Masse Punkt für 230 Volt“ gelegt. Hierzu wurde eine der vielen Löcher in einem dickeren Blech etwas frei geschmiergelt, eine Schraube mit Zahnscheiben und Muttern schön fest gezogen. Die Maße Leitung mit einer 8mm Ringöse gecrimpt, angeschlossen und danach alles zum Rostschutz lackiert.

Von der CEE Dose rechts zum Massepunkt in der Säule und links zum Elektroraum

Den Massepunkt der Fahrzeugtechnik wollten wir nicht stören und legten den grün/gelben daran vorbei…

…und haben rechts daneben einen neuen gelegt

FI und Sicherung

Von der CEE Steckdose zum Elektroraum haben wir ein Leerrohr als Kabelschutz verlegt und darin ein Kabel des vorgeschriebenen Typs H07RNF 3G2,5 (Flexible Leitung mit Gummimantel) verlegt. Im Elektroraum endet dieses in einem Kombigerät aus Fehlstromschutzschalter (FI) und Leitungssicherung 13A. Unterhalb des FI-Schalters kann in einem kleinen Verteiler die 230V Verteilung starten. Für’s erste sind das zwei Feuchtraum Aufputz Steckdosen direkt daneben. Eine für das Akku Ladegerät und eine zweite als Reserve. Weitere 230V Steckdosen werden wir im Kofferraum (Laderaum) und in der Küche vorsehen. Ansonsten wollen wir ausschließlich mit 12V Technik arbeiten.

Einbau der Akkus

Die schweren Akkus müssen unbedingt richtig gut gegen Verrutschen gesichert werden. Wir haben uns für eine Lösung mit einem Rahmen aus Holz und Spanngurten entschieden. Statt der Spanngurte könnte man auch Lochband einsetzen, was wir vielleicht noch nachrüsten.
Als Rahmen haben wir einfach rund um jeden Akku vier Latten auf die Bodenplatte geklebt (Montagekleber) und diese zusätzlich mit mehreren starken Schrauben gesichert. An den beiden langen Seiten jedes Akkus haben die Latten eine ca. 3 cm breite Kerbe durch die man einen Spanngurt ziehen kann.

Einbau Elektronik Träger

Über den Akkus haben wir eine Träger Platte aus Sperrholz gefertigt, auf die die weitere Elektronik angebracht wird. So wird der Raum nach oben ausgenutzt und die Akkus darunter sind besser geschützt. Niemals darf ein Metallteil da rein fallen und wohl möglich Plus und Minus Pol kurzschließen. Das könnte ein Feuer produzieren oder zumindest den Akku zerstören. Während der Bauzeit hatten wir auch die Pluspole abgeklebt. Die Träger Platte ist so gebaut, dass sie auf einer Seite auf Winkeln am Ständerwerk der Sitzkiste ruht und auf der anderen Seite mit einer senkrechten Wand neben den Akkus auf dem Boden steht. In den Winkeln sind Schrauben, die wir wieder lösen können und zur Kontrolle oder bei einem Akkuwechsel (alle 3-4 Jahre?), die Träger Platte raus heben können. Alle Kabel sind so lang, dass wir die Verkabelung dafür nicht ausbauen müssen.

Armaflex an den Wänden haben wir zum Schutz mit Folie beklebt

Verkabelung Triple VBCS / Anzeigen / Plus- und Minusverteiler

Unserem Kombi Ladegerät Votronic Triple VBCS 30/20/250 lagen mehrere sehr ausführliche Anleitungen für mögliche Verkabelungen bei. Nach dem für unsere Konfiguration passenden wurden nun die Verbindungen zwischen Ladegerät, Akkus, Meßshunt und den zwei Anzeigen für Ladestrom und Batterieüberwachung verkabelt. Eingesetzt haben wir zusätzlich einen Minus- und einen Plus-Verteiler. Da wir Nils komplett isoliert haben und so nicht überall die Fahrzeugmasse/Karosserie als Minus verwenden können, müssen wir zu allen Verbrauchern jeweils 12V Plus und Minus verlegen. Ein Minus Verteiler ist ein Verteilerblock, auf dem alle Masse- bzw. Minusleitungen zusammengeführt werden und so alles sicher und aufgeräumt verkabelt ist. Ein Plus-Verteiler ist das gleiche, nur sind hier zusätzlich für jede Plus Leitung KFZ-Sicherungen vorhanden. Hier kann man dann gleich für jede Leitung und Leitungsstärke die passende Sicherung gut zugänglich einsetzen. Wir werden in der Küche und am Bett noch mit einer Unterverteilung arbeiten um die Gesamtmenge an Kabeln im Elektroraum zu verringern. Dort werden dann weitere Sicherungsverteiler zum Einsatz kommen.

Verteiler Küche

Richtung Küche haben wir bis jetzt eine 10 mm² und eine 6 mm² Doppelleitung (Plus/Minus) im flexiblen Leerrohr verlegt. Alle 12V Leitungen müssen flexible KFZ Leitungen (FLRY) sein, keine festen Leitungen wie im Haus. Kabelenden müssen mit Aderendhülsen oder Kabelschuhen versehen werden, verlöten ist nicht erlaubt.

 

Kabel ziehen, alle durch ein Leerrohr

Tipp: Mit etwas Silikonspray bekommt man die Leitungen einfacher durch das Leerrohr geschoben. Ein Zugdraht würde sicher auch gehen, der war aber bereits im Leerrohr Richtung Starterbatterie geparkt.
Über einen Unterverteiler in der Küche ist der Kühlschrank fest mit der 6 mm² Leitung verbunden. Diese Leitung ist so lang, dass man später den Kühlschrank noch raus ziehen und die Leitung trennen kann.

Kühlschrank provisorisch gesichert, hinten die Kühlrippen auf der Baustelle geschützt

Vorbereitung Solar

Für den Einbau der Solarpanels auf dem Dach haben wir auch einige Dinge vorbereitet. Wir wollten so viel wie möglich vorab erledigt haben, weil wir nicht wussten, wie lange das Kleben selber dauern würde. Unsere Solarpanel wurden mit Spoilern geliefert. Diese Spoiler sind Kunststoffteile, die auf das Dach geklebt werden und woran die Solarpanel mit Schrauben befestigt werden. In Fahrtrichtung verbaut, sollen die Spoiler die Windgeräusche verringern und auch den Druck bzw. Zug durch den Fahrtwind reduzieren. Sollten einmal die Panel getauscht werden müssen, können diese auch abgeschraubt und durch baugleiche ersetzt werden, ohne die geklebten Spoiler zu lösen.

Ring für Dachdurchführung

Unserem Solar Set lag auch eine Kabeldurchführung für das Dach bei. Mit einer solchen Kabeldurchführung soll verhindert werden, dass Wasser eindringen kann. An den Seitenwänden des Wohnmobils, wie bei den Fenstern ist das schon ein Thema, aber gerade auf dem Dach, wo Wasser auch stehen bleibt und gegen die Dichtungen drückt, könnte schneller einmal eine Undichtigkeit entstehen. Diese Kabeldurchführungen sind so aufgebaut, dass das Kabel von Hinten, also gegen die Fahrtrichtung (Fahrtwind) rein geht und dann erst nach unten durch das Dach läuft. Im Fahrzeug Bereich ist es zudem immer wichtig, dass alle Kabel, die durch Bleche geführt werden mit einer Kabeltülle oder Kabelschutz versehen werden, da sich diese ansonsten durch die Vibrationen am Blech einschneiden und Kurzschlüsse entstehen können. Durch die Leitungen fließen teils auch sehr starke Ströme und die Folgen wären unter Umständen nicht nur eine Fehler.
Für die Dachdurchführung haben wir ein ca. 2cm langes Stück Kunststoffrohr verwendet. Wenn dieses mittig eingeklebt wird, sind die Kabel geschützt und zusätzlich müsste auch eindringendes Wasser noch einmal den Berg hoch laufen um entlang des Kabels in den Wohnraum zu gelangen.

Sickenfüller

Für die Verklebung von Solarpanel auf einem Kastenwagen gibt es noch das Problem der Sicken im Dach. Die Sicken sind Erhebungen bzw. Vertiefungen im Blech um dieses zu versteifen und stabiler zu machen. Durch diese Sicken hat man aber nicht die volle Auflagefläche der Spoiler auf dem Dach um die maximale Klebefläche zu erreichen. Von anderen Ausbauern und Lieferanten der Solarpanel wird empfohlen, die in Fahrtrichtung vorderen Sicken aufzufüllen um eine plane Fläche zu erhalten.
Zusätzlich können die so geschlossenen Sicken unter dem Solarpanel keine Windgeräusche bei der Fahrt verursachen. Die Sicken unter den hinteren Spoilern soll man aber offen lassen, damit sich Regenwasser unter dem Panel nicht sammelt und nach hinten raus laufen kann.
Ob das alles hält, seht ihr dann auf der A1 oder A61…

Als Sickenfüller haben wir Kunststoffplatten in der passenden Stärke und Größe zurecht geschnitten und gut aufgeraut, damit der Kleber besser haftet.

Verschraubung Spoiler mit Solarpanel

Da es sehr schwierig wäre, die Spoiler so auf das Dach zu kleben, dass auch später die Solarpanel genau dazwischen passen, schraubt man diese vorher zusammen und klebt Panel mit Spoiler zusammen auf das Dach.
Für die Verschraubung der Spoiler und Solarpanel lagen rostfreie selbstschneidende Schrauben bei. Bei unseren Panels musste man erst Schutzkappen aus Kunststoff von den Ecken entfernen und die Panel dann auf die Spoiler auflegen. Die Spoiler hatten bereits passende Öffnungen, wo wir mit einem Akkuschrauber, die Schrauben direkt in den Metallrahmen der Solarpanel drehen konnten.
Achtung, dabei muss man sehr vorsichtig sein, damit man nicht die Solarzellen selbst in der Glasplatte trifft oder beschädigt.

Selbst schneidende Schrauben eindrehen

In der Anleitung war ein maximaler Anzugs Drehmoment von 10NM für die Schrauben angegeben. Mit dem Akkuschrauber drehten wir die Schrauben mur teilweise rein und zogen sie dann mit einem Drehmoment Schlüssel wie angegeben fest.
Irgendwie wirkte das etwas sehr fest und wir hatten das Gefühl es wäre kurz vor „lose“, den nach ganz fest kommt ja ganz lose. Auf dem Dach kann das Solarpanel zwischen den Spoilern aber sowieso nicht weg, solange die Schrauben noch da sind und das sollte man auch regelmäßig kontrollieren.

Mit Drehmoment Schlüssel fest ziehen

 

Zukleben Solar Panel

Bevor es mit den Solarpanel nach Draußen geht, sollte man diese mit einem Stück Pappe zukleben. Sobald die Licht bekommen, werden die Strom produzieren. Die Stecker an den Kabeln sind zwar so gebaut, dass man keine offenen Leiter hat, aber diese haben wir zur Sicherheit zusätzlich mit Isolierband gesichert. Die Panel geben zwar keine wirklich gefährlichen Spannungen ab, könnten aber bei einem Kurzschluss beschädigt werden.
Unserer Ausführungen klingen zwar etwas nach übertriebener Sicherheit und Vorsicht, aber so etwas ist alles schon mal vorgekommen und dazu sind die Komponenten einfach zu teuer. Beim Verkleben muss man auch auf viele andere Dinge achten, so dass man die losen Kabelenden sicher nicht immer im Blick hat (Kontakt mit Werkzeugen, Reiniger, Blechdach, Wasser auf dem Boden, jemand leckt dran… irgendwas ist immer)

Solarpanel zugeklebt, Stecker isoliert und lose Kabel fest geklebt

Schablone für Markierungen auf dem Dach

Vor dem Kleben muss das Blech absolut gründlich gereinigt werden, da nur dann der Kleber auch richtig hält. Neben der gründlichen Reinigung mit Wasser und Besen einen Tag vorher, erfolgen weitere Reinigungsschritte kurz vor dem verkleben. Da hier auch ein so genannter „Aktiviator“ für den Kleber eingesetzt wird, der etwas den Lack angreift, sollte man das wohl nur im Klebebereich anwenden. Außerdem ist es sinnvoll vorher zu wissen, wo genau die Panel hin kommen und nicht erst, wenn der Kleber schon dran ist.
Hierzu könnte man die beiden Panel auf das Dach bringen und die optimale Position suchen. Wir haben uns aber einfach zwei Schablonen aus Pappe zurecht geschnitten, die genau der Größe der Panel mit Spoiler entsprach. Damit konnten wir hin und her schieben und puzzeln um die optimale Position zu finden. Dabei sollte auch bedacht werden, so viel wie möglich Auflagefläche auf bzw. zwischen den Sicken zu erreichen. Als der Platz gefunden war, haben wir mit Kreppband in ca. 1cm Abstand rund herum eine Markierung gezogen. In diesem Bereich konnten wir dann gründlich reinigen und mit dem Kreppband auch nachher den Kleber schön gerade abziehen.

Pappschablone für hintere Sicken ohne Kleber

An den hinteren Spoilern sollten die Sicken frei bleiben, also hier an den Vertiefungen auch kein Kleber auf die Spoiler aufgetragen werden. Um die Position der Vertiefungen auf den Spoilern zu finden, haben wir uns auch eine Schablone aus Pappe angefertigt, die genau der Ausrichtung der Spoiler zu den Sicken und deren Abstand entsprach. Diese konnten wir dann beim Auftragen des Klebers einfach neben den Spoiler legen um die Aussparungen frei zu lassen.

Dach Reinigung mit Alkohol

Kurz vor dem Kleben, haben wir alle Klebestellen auf dem Dach gründlich abgerubbelt und mit Alkohol und einem fuselfreien Tuch entfettet. Es wird empfohlen, mit den Reinigern immer nur in eine Richtung zu wischen, da man sonst mögliche Verunreinigungen nur hin und her schiebt.

Anrauen der Spoiler

Dem Klebeset lag Sandpapier bei, mit dem die Klebeflächen der Spoiler gründlich aufgeraut werden müssen. Der Witterungsbeständige und hochwertige Kunststoff der Spoiler hält wohl nur dann richtig am Kleber. Nach dem Aufrauen haben wir den Staub entfernt und auch gründlich mit Alkohol entfettet.

Reinigung des Dachs und der Spoiler mit Spezial Reiniger

Als letzter Schritt vor dem Verkleben müssen alle Klebestellen an Dach, Sickenfüller und Spoiler gründlich mit einem dem Set beiliegenden Reiniger gesäubert bzw. bestrichen werden. Dieser bei einigen Herstellern auch Klebe Aktivator genannte Reiniger ist gesundheitsschädlich und gefährlich für die Augen, also unbedingt Schutzbrille und Handschuhe tragen!
Der Reiniger von Dekalin soll 5 Minuten bis maximal 4 Stunden trocknen bzw. lüften. Dabei darf natürlich keine neue Verunreinigung erfolgen. Das ist draußen (Staub, Pollen, Fliegen, Regen, dran lecken) gar nicht so einfach, also am besten nur 5 Minuten warten. Es ist auch gar nicht so einfach, nicht ausversehen nochmal mit den Fingern an die gereinigten Flächen zu kommen, wenn man auf das Dach rauf oder runter klettert.

Absprache, wie Solarpanel zu zweit aufgesetzt werden

Den Kleber wollten wir nicht auf dem Dach auf die Spoiler aufbringen da für zwei Panel dort zu wenig Platz zum Bewegen ist. Es sollte in der Wohnung geklebt werden und dann die Panel die Leiter hoch auf das Dach. Mit langen Armen die Panel zu drehen und Punkt genau auf die Klebeflächen aufsetzen wird nicht gehen, also haben wir vorher noch einmal durchgesprochen, wie es genau ablaufen soll.
Ausversehen mit dem Kleber irgendwo dran kommen sollte man nicht, ist eine riesen Schweinerei und diese Klebestelle wäre dann auch nicht mehr sicher.
Wir planten es dann so, dass einer auf dem Dach sitzend von der Leiter entgegen nimmt, bei der Drehung hilft und dann gemeinsam aufsetzt.
Bei YouTube im Bordbuch gab es einen schönen Tipp, wie man das auch alleine machen kann. Man legt sich einfach eine Luftmatratze in die Mitte unter das Solarpanel, so dass der Kleber noch nicht das Dach berührt. Nun kann man ganz langsam die Luft aus lassen und die Position korrigieren, bis es passt

Einsetzen der Sickenfüller

Die vorbereiteten Kunststoffplatten haben wir mit dem Dekalin MS-5 Kleber bestrichen und in die Sicken Vertiefungen unter die Position des ersten vorderen Spoilers geklebt.
Dabei merkten wir schon, das zwei Tuben Kleber für zwei Panele wohl etwas knapp werden könnte. Bei Sicken also besser mehr bestellen.

Auflegen Kleber auf die Spoiler

Den Dekalin MS-5 Keber brachten wir nun in „Raupen“, also als Wurst auf den Klebeflächen der Spoiler auf. Der Kleber war in den üblichen Kartuschen, wie man ihn für Silikon kennt. Die Spitzen waren auch schon so eingeschnitten, dass man eine schöne „Raupe“ ziehen konnte, also die Dicke ungefähr automatisch kam. Für eine Silikon oder Akryl Dichtung schneidet man ja gerne die Spitze schräg an. Zum Kleben wird sie in der passenden Stärke gerade abgeschnitten und dann an der Seite noch einmal eine Öffnung. Setzt man nun die Spitze senkrecht auf, wird der Kleber an der Seite austreten und genau in der gewünschten Stärke aufgebracht.
Für den hinteren Spoiler nutzten wir unsere vorgefertigte Schablone um die Sicken Vertiefungen nicht zu bekleben

Aufsetzen der Solarpanel

Das Solarpanel wurde nun wie besprochen nach draußen, die Leiter hoch auf das Dach gebracht und auf die Klebeflächen aufgesetzt. Nach einigen leichten Korrekturen und vorsichtigem Andrücken waren wir mit der Position zufrieden. Durch das Andrücken quillt der Kleber etwas an den Seiten raus und man sieht gut, wo überall genug Kleber vorhanden ist. Wenn nichts austritt ist es zu wenig.
Man darf aber auch nicht zu feste andrücken, die Klebeschicht muss mindestens 2 mm Stark sein um das unterschiedliche Ausdehnen von Blech und Kunststoffspoiler bei Temperaturschwankungen (Sommer/Winter) auszugleichen. Die Schichtdicke des Klebers ist mit maximal 9 mm angegeben, weshalb wir auch die Sickenfüller eingelegt haben und die 10 mm tiefen Sicken nicht mit Kleber aufgefüllt haben.
Den an den Seiten ausgetretene Kleber haben wir mit einem Spezial Werkzeug und Trennflüssigkeit (Finger und Spucke) schön glatt gestrichen, das Kreppband entfernt und nochmals schön gemacht.
An einigen Stellen waren die Fugen nicht so schön, das ließ sich aber gut umverteilen (ohne Spucke, sonst hält es nicht!).

Das zweite Panel klebten wir nach dem gleichen Verfahren auf das Dach.

Abschließend legten wir noch ein paar leichte Gewichte auf die Panel, da der Kleber scheinbar drängt und sich die Panel wieder leicht hoben. Danach dürfen die Solarpanel mindestens 24 Stunden, aber besser länger, nicht mehr bewegt werden bis der Kleber vollständig ausgehärtet ist. Vor allem darf man mit den Fahrzeug in der Zeit natürlich noch nicht fahren, was aber bei uns sowieso noch nicht passiert. Vorsichtig muss man aber auch auf dem Dach sein, da das Blech weich ist und sich absenkt, wenn man es mit seinem Gewicht belastet.
Der Kleber bindet durch Luftfeuchtigkeit ab, wenn die Luft also z.B. im Winter (in der warmen Halle) sehr trocken ist, kann die Zeit für die Aushärtung auch länger dauern.

Dach Durchführung der Solarkabel

Für den Durchbruch im Dach, wo die Solarkabel nach innen geführt werden, hatten wir uns schon sehr früh eine Stelle ausgesucht. Diese Stelle hatten wir innen auch bei der Isolation ausgelassen. Die Öffnung liegt bei Nils genau an der Vorderkannte des Hängeschrankes und das Kabel kann dort am Tragbalken entlang zum Elektroschrank geführt werden. Mitten im Raum hätte natürlich gestört und weiter an der Außenseite wollten wir auch nicht, da dort später noch eine Markise aufgesetzt wird.
Vielleicht hätten wir noch etwas weiter nach vorne gehen können, aber jetzt hatten wir halt die freie Stelle im Armaflex. Der Durchbruch sollte auf einer „oberen Sicke?“ liegen, da sich dort ja kein Wasser sammeln kann.

Das Loch ins Dach war schnell gemacht, nach den vielen anderen Durchbrüchen hatten wir jetzt Übung. Also von innen mit einem kleinen Bohrer eine Testbohrung, von außen mit einem größeren Bohrer vorbereitet und dann mit dem Schneidbohrer genau auf die Größe des vorbereiteten Rohrstücks aufgeweitet. Alles gefeilt, Rostschutzfarbe gestrichen und trocknen lassen.
Das Rohrstück mit Dekalin MS-5 eingeklebt und das Kabel durch die Dachdurchführung und den Kabelschutz eingefädelt. Die Dachdurchführung wie die Spoiler aufgeraut, gereinigt und Dach gereinigt und mit Dekaseal MS-5 aufgeklebt. Da alles erst einmal trocknen muss und das Kabel ziemlich steif ist, haben wir dieses nur locker durchgefädelt liegen gelassen und erst am nächsten Tag auf die richtige Länge durch geschoben. In der Dachdurchführung ist eine Verschraubung, die das Kabel abdichtet. Hier hatten wir noch etwas Dekaseal 1512 Dichtmasse eingebracht und die Schraube fest gezogen.

Kabel nur lose durchgeführt bis Kleber trocken

Verbindung der Solarpanel und Muffe

Die Solarpanel werden mit zwei Y-Steckern für Plus und Minus verbunden und parallel geschaltet. Diese Verbindung ist noch auf dem Dach, direkt bei den Panels. Von dort geht dann ein dickes Kabel weiter durch die Dachdurchführung.
Die Stecker sind verpolungssicher und haben Dichtungen um wasserdicht zu sein. Zur Sicherheit haben wir die Stecker aber gründlich mit Isolierband einzeln umwickelt und dann gemeinsam nochmals damit eingepackt wie eine große Kabel Muffe.

Kabelkanäle und Kabelbinder für Muffe

Damit die Kabel auf dem Dach nicht im Fahrtwind flattern, haben wir zwei kleine Kabelkanäle mit Dekasyl MS-5 auf das Dach geklebt. Unter der Kabel Muffe haben wir einen großen Kabelbinder mit einem Stück Kunststoff abgedeckt und mit Dekasyl MS-5 auf das Dach geklebt. Nach dem Trocknen, hält der Kabelbinder dann auch die Muffe an Ort und Stelle.

Anschluss an Triple und Testlauf

Als letztes haben wir die Solarkabel an den Laderegler angeschlossen und gespannt auf die Anzeigen geschaut. Der Kühlschrank hatte schon etwas Strom verbraucht und die Akkus wurden sofort wieder geladen. Funktionierte alles.

Probleme

Nach ein paar Tagen Betrieb, wo nur der Kühlschrank zum Test lief und durch die Solaranlage die Akkus wieder aufgeladen wurden, fiel uns auf, das es doch ein Problem geben musste. Der Laderegler zeigte den Status „Solarstrom verfügbar aber nicht benötigt, da Akkus voll“. Etwas Strom, so max. 0.2A wurde aber produziert. Der Batteriewächter zeigte an, dass ein wenig Strom verbraucht wurde und wenn der Kompressor Kühlschrank ansprang, auch etwas mehr. Soweit ok.  Was wir aber nicht mehr beobachten konnten, war das Aufladen der Akkus. Nach etwas Suche viel uns auf, dass der Batteriecomputer nur noch 12,9 Volt für die Akkus zeigte und der Laderegler 14,4 Volt. Da beide aber direkt mit den Akkus verbunden sind lag wohl hier der Fehler. Nach weiterer Suche und Messungen, viel uns die Leitungssicherung in dem Kabel vom Laderegler zu den Akkus ein. Mitten im Kabel kurz vor den Akkus ist ein Sicherungshalter mit einer 15A Sicherung und die war durch gebrannt. So konnte der Laderegler die Akkus gar nicht laden. Blöd nur, dass der behauptet, der Akku wäre fast voll, statt zu merken, dass kein Akku angeschlossen ist. Wir werden also im Betrieb auch die beiden Spannungen im Auge behalten müssen.
Dann viel uns auch wieder ein, was uns schon bei der Lieferung merkwürdig vorgekommen war, aber in der Fülle an Aufgaben untergegangen war. Der Tripple kann mit bis zu 30A die Akkus laden. Wie kann das Ladekabel mit nur 15A abgesichert sein?
In der Anleitung des Triples ist diese Sicherung auch mit 40A angegeben, die haben wir jetzt auch eingesetzt. Die Sonne darf nun kräftig scheinen!

Was haltet  ihr von unserem Einbau, hält es bis zur A1 oder A61?  Hinterlasst uns einfach einen Kommentar, wir sind sehr gespannt.

Vielen Dank an alle Leser, Follower und Kommentatoren. Wir freuen uns riesig über jedes Like und jeden neuen Follower der uns bei unseren Arbeiten begleitet.

Es bleibt noch viel zu tun……….

Bis bald

Nils Campervan Team

Wir übernehmen keinerlei Garantie für die Richtigkeit unsere Angaben. Alles sollte durch einen Fachmann ausgeführt werden!
In unserem Blog nennen wir einige Produktnamen. Das ist keine Werbung oder Produktplatzierung, wir berichten einfach nur, welche Produkte wir gekauft haben!

 

 

12 Gedanken zu „Solaranlage – Insellösung

  1. Wow, was für eine Arbeit! Ich finde es wirklich interessant zu sehen, was da alles zu machen ist. Manches hätte ich uns zugetraut, anderes nicht. Da bin ich dann doch froh „fertig“ gekauft zu haben.
    Respekt für euren Nils-Ausbau!

    Gefällt 1 Person

    • Vielen lieben Dank, fürs Lob! 😀Bis jetzt läuft alles super und wir sind sehr zufrieden. Bald starten wir die erste Probe Tour. Mal sehen, was uns dabei alles auffällt , was geändert werden muss. 😂
      LG und noch einen Sonntag von Daniela, Ralf und Jule.

      Liken

  2. Wow, das ist wirklich Arbeit! Von der Technik versteh ich leider rein gar nichts, aber ich freu mich für euch, daß wohl alles prima läuft! Und wünsch euch weiter gutes Gelingen und drück die Daumen für ganz viel Sonnenschein für die Solaranlage! Ich bin schon so gespannt auf eure Probe-Tour!
    Ich wünsche euch einen guten Start in die neue und hoffentlich gute Woche, liebe Grüße
    Monika.

    Gefällt 1 Person

    • Vielen lieben Dank! Die Solaranlage hat wirklich viel Zeit in Anspruch genommen. Jetzt freuen wir uns langsam auf unsere erste Tour 😀. Dafür müssen wir noch einiges tun. LG und noch eine schöne Woche von Daniela, Ralf und Jule.

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Einbau einer CEE Eingangs-Steckdose | Nils Campervan

  4. Pingback: Kleine Roomtour und erster Urlaub | Nils Campervan

  5. Pingback: Trittstufe Thule Slide-Out Step im Camper | Nils Campervan

  6. Pingback: Einbau Heizung und Kochfeld für Gas in unseren Campervan | Nils Campervan

  7. Hallo tollen Ausbau habt ihr gemacht….
    Ich habe die Module auch so aufgeklebt. Hält schon 2 Jahre und wird wohl länger halten aus unser Bus lebt….
    Macht euch keine sorgen das hält….
    Wünsche euch viel Freude mit euerm Bus…
    Gruß
    Christian

    Liken

  8. Pingback: Antennen für Internet und TV im Campervan | Nils Campervan

  9. Pingback: LiFePO4 im Campervan | Nils Campervan

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s