Trocken-Trenn-Toilette in der Service Box

Hallo Campingfreunde,

heute wollen wir einmal über ein spezielles Thema berichten, welches aber für die meisten Camper ein sehr interessantes Thema ist, die Entsorgung.

So wie wir heute alle den Abfall trennen, trennen wir nun auch die menschlichen Hinterlassenschaften😅.

Sitzfläche mit flüssigem Kunststoff (weiß)

Aus den Erfahrungen mit unserem Wohnwagen war für uns klar, dass wir eine Toilette im Nils brauchen. Auch wenn man mal auf einem Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz mit Toiletten steht, mag man in der Nacht ja nicht gerne raus. Und mit dem Klappspaten in den Wald, kommt für uns nicht in Frage. Oft würde das auch gar nicht gehen, wenn ein Stellplatz im Ort liegt.

Wichtig für uns, ist eine möglichst lange Autark Zeit, d.h. die Zeit, bis wir wieder an eine Entsorgungsstation müssen. Wir möchten ja möglichst nah an die Wandergebiete und dort gibt es nicht immer Stellplätze mit Entsorgung.

Im Wohnwagen und die erste Zeit im Nils war dies ein Porta Potti für das kleine Geschäft. Wenn auch das große Geschäft ins Spiel kommt, geht dies nur mit dem Einsatz von Chemikalien, die alles zersetzen und den Geruch begrenzen.

Unter anderem im Wohnmobil Bereich werden nun vermehrt Trocken-Trenn-Toiletten eingesetzt. Diese sind eine Erweiterung der Komposttoilette, wo das kleine und große Geschäft durch eine spezielle Toilettenschüssel getrennt werden. Der Vorteil der Trennung, ist die deutliche Reduzierung des Geruchs und auch die getrennte Entsorgung. Urin alleine (und wirklich pur) entwickelt auch nach Tagen im Sammelbehälter kaum Geruch. Es fängt erst an zu riechen, wenn es mit dem großen Geschäft oder auch mit irgendwelchen Reinigern gemischt wird.
Das große Geschäft wird in einer Trocken-Trenn-Toilette möglichst schnell getrocknet, da dies dann auch kaum Geruch entwickelt. Man mag es kaum glauben, aber das funktioniert wirklich!

Zur besseren Trocknung und um den wenigen Geruch zu beseitigen, haben diese Toiletten eine Entlüftung nach außen. Oft ist diese noch mit einem Lüfter versehen um garantiert alle Gerüche nach außen zu bringen, auch die während des Geschäfts😉.

Bei unseren Trekking-Touren haben wir schon Komposttoiletten im Sommer besucht und mussten feststellen, es riecht nach Erde bzw. Torf oder Rindenmulch.
Dieser Geruch kommt dann meist eben von Holzspänen, Sägemehl oder sonstigem, was man über die Hinterlassenschaften streut um diese abzudecken und wodurch diese auch schneller trocknen. Katzenstreu oder Superabsorber (das Granulat in Babywindeln) trocknen noch schneller, aber dann muss das alles natürlich zwingend im Hausmüll entsorgt werden.

Trocken-Trenn-Toiletten kann man heute auch komplett fertig kaufen, diese sind aber recht teuer. Wir haben uns bei einer Firma in England nur den Trennsatz, also die Toilettenschüssel, bestellt und den Rest selber gebaut. Unsere Idee war es, Toilette und Abfalleimer in eine Entsorgungskiste einzubauen, so werden die Gerüche des Mülls auch gleich mit nach außen geführt.

Neben zwei Abfallbehältern zur Mülltrennung haben wir nun direkt an der Türe auch noch einen kleinen Stauraum für Kehrblech, Leinen und Putztücher etc. für Jule.
So haben wir beim Aus- und Einsteigen alles Griffbereit, was man als Hundebesitzer so braucht🐶😜

Wie auch schon beim Abwasser hatten wir erst überlegt, einen größeren „Gelbwasser“ Tank unter Nils zu installieren und diesen dann an den Entsorgungsstationen zu entlehren. Ein solcher Außentank ist aber schwieriger einzubauen und benötigt weiteren Aufwand, damit dieser im Winter nicht einfriert. Wir hatten dann geplant, im Fahrzeug einen kleineren Tank als Vorfluter einzubauen, der im Sommer auf Durchlauf steht und nur im Winter das Abwasser im warmen Fahrzeug zurück hält. Der kleinere Innentank wäre auch schneller installiert und wir könnten den Außentank später nachrüsten.
Wie sich aber bei den ersten Fahrten gezeigt hat, passt es bei uns sehr gut mit einem Innentank als Kanister. Dieser sammelt ja nur das kleine Geschäft und kann somit in jede normale Toilette entsorgt werden. Normale Toiletten finden wir sehr viel häufiger als Entsorgungsstationen für die Chemietoiletten der Wohnmobile.

Unser Innentank ist nun ein „Fatbox Water Carrier Kannister 18 Liter“. Diese Kannister haben einen großen Deckel mit einer kleinen Entlüftung an der Seite (im Bild links) und einen Wasserhahn (rechts). Mit der großen Öffnung kann man den Kanister sehr gut ausschütten und reinigen.

Wir hatten keine gute Lösung gefunden, wie man den Wasserhahn an das Urinal des Trennsatzes anschließen kann.
Mit einer „OBI Siphonpumpe manuell“ hatten wir versucht, einen Geruchsverschluss zu bauen. Der Durchmesser des Handpumpen Teils passt genau auf den Urinal Ablauf, und das Ventil würde den Urin nach unten, aber keine Gerüche nach oben lassen. Leider ist das Ventil aber an der falschen Seite der Handpumpe😒

Wir haben das Teil trotzdem verwendet, weil es so gut passt. Die Ventil Seite haben wir abgeschnitten und es arbeitet nun wie eine Art Trichter. Es passt oben an den Trennsatz und mündet im Kanister in einem Stück dünnen Schlauch.  Wie immer mit Provisorien, funktionieren die am besten.👍
Alles läuft super ab, es kommt kein Geruch heraus und zur Entsorgung reicht es, den Kanister am Griff etwas anzuheben und aus der Kiste raus zu ziehen. Durch die kleine Öffnung schwappt auch beim Tragen oder während der Fahrt (wichtig!!!) nichts heraus.

Tetris in the Box

Im Boden unserer Service-Box wollen wir nun noch Loch bohren und unter dem Fahrzeugboden einen Abluftschlauch auf die Fahrerseite verlegen. So riecht man auch nichts, wenn man vor der Schiebetür im Campingstuhl sitzt. Die Entlüftung werden wir aber erst später einbauen, noch ist sie nicht nötig und erst einmal schauen, wie sich das im warmen Sommer verhält.

Ein weiter großer Vorteil der Kiste ist die Sitzmöglichkeit in unserer Dreckschläuse / Windfang, die wir schon beschrieben hatten.

Waschbecken ausgezogen

Abnahmeprüfung durch Jule

Die Deckenverkleidung im Bad ist zwischenzeitlich auch komplett, alles noch einmal gestrichen und eine LED Leuchte mit Touch-Sensor an der Decke installiert.
Langsam ist unser Bad dann auch fertig – aber was heißt schon fertig in einem Campervan😅

Vielen Dank an alle Leser, Follower und Kommentatoren. Wir freuen uns riesig über jedes Like und jeden neuen Follower der uns bei unseren Arbeiten begleitet.

Es bleibt noch viel zu tun……….

Bis bald!

Nils Campervan Team

Wir übernehmen keinerlei Garantie für die Richtigkeit unsere Angaben. Alles sollte durch einen Fachmann ausgeführt werden!
In unserem Blog nennen wir einige Produktnamen. Das ist keine Werbung oder Produktplatzierung, wir berichten einfach nur, welche Produkte wir gekauft haben!

4 Gedanken zu „Trocken-Trenn-Toilette in der Service Box

  1. Tip Top! Ein für mich echt hilfreicher Artikel, den ich auf jeden Fall nochmal genauer lesen werde. Nach über einem Jahr vor-mir-herschieben gehe ich nun nämlich endlich das Projekt Trenntoilette an. Mein Einsatz ist schon bestellt und auf dem Weg. Wie ich es in meinem kleinen Bad im Kastenwagen realisieren werde, weiß ich noch nicht genau. Aber eure Tipps helfen mir schon gut weiter.

    Gute Fahrt und ne gute Zeit euch!
    Lisa

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    • Hallo Lisa,
      vielen lieben Dank und Entschuldigung, für die späte Antwort!
      Es freut und sehr, wenn unsere Berichte Anregung geben.
      Viel Erfolg und viele Grüße
      Nils Campervan Team

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  2. Hallo toller Camper,
    mich würden die Maße euerer Schmutzschleuse und euerer Möbel
    Interresieren sehr stimmig das ganze auch euere Sitzbänke finde ich toll.
    Möchte mir auch einen Camper selber ausbauen, mein VW T 4 ist uns zu klein.
    Vielleicht könnt ihr mir die Maße zusenden um zu prüfen ob ich es in meinem geplanten Fahrzeug auch so hinbekomme.

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    • Hallo und Dankeschön!

      Unser Nils ist ein L3H2 mit einer Laderaum Länge von ca. 360 cm.
      Wir haben den Innenraum auf drei Bereiche á 120 cm aufgeteilt. Da man aber in diesen Fahrzeugen nicht so genau arbeiten kann, haben wir das Bett mit 120 cm Breite und den vorderen Bereich, also Bad/Schmutzschleuse/Windfang und Küche mit 120 cm festgelegt. Den Rest bekommt die Sitzecke, die auch etwas kürzer geworden ist.
      Innen ist das Bad 70 cm Breit.

      Die Arbeitsplatte der Küche hat eine Höhe von 100 cm.

      Wir hatten keine Möbel vorgefertigt, sondern alles im Fahrzeug aufgebaut und eingepasst.

      Liebe Grüße

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