Wohnmobil Zulassung

Nils ist nun offiziell ein Wohnmobil.

Wir hatten Nils als Kastenwagen mit einer LKW Zulassung gekauft. Das ist auch recht günstig in der KFZ Steuer, jedoch teuer in der Versicherung. Vor allem aber, kann man so nur das Fahrzeug versichern, aber nicht den Ausbau. Dieser zählt so nur als Ladung.

Ziel war es also, eine Wohnmobil Zulassung für Nils zu bekommen. Bei dieser Zulassung ist die Steuer geringfügig teurer, aber die Versicherung erheblich günstiger. Wohnmobile verursachen sicher weniger Unfälle als z.B. Lieferfahrzeuge, wir sind ja im Urlaub und nicht im Stress unterwegs 😉.
Bei der Teil- bzw. Vollkasko Versicherung für Wohnmobile, wird auch das gesamte Fahrzeug inkl. Ausbau versichert. Bei unserer Versicherung brauchten wir dazu nur den neuen Gesamtwert des Fahrzeuges als eine Summe angeben, also ähnlich einer Hausratversicherung. Ein Nachweis aller Einzelteile war nicht erforderlich, das käme dann sicher im Schadensfall.

Um die Wohnmobil Zulassung zu bekommen, muss der TÜV oder andere zulässige Prüfstellen, bestätigen, dass das Fahrzeug auch wirklich ein Wohnmobil ist und bleibt. Man möchte wohl auch vermeiden, dass man, nur um die günstigere Versicherung zu bekommen, ein Bett in seinen LKW stellt und später wieder raus nimmt und als LKW weiter betreibt.

Wir hatten im Vorfeld viel recherchiert, was den für die Zulassung wirklich erforderlich ist. Wie immer im Netz findet man unterschiedliche Aussagen. Der TÜV Nord beschreibt das sogar auf seiner Internetseite, bei unserem TÜV Rheinland haben wir aber nichts gefunden. Die beste Empfehlung wird sein, vorher bei seiner Prüfstelle vorzusprechen und zu fragen, worauf sie Wert legen.

Mit folgenden Vorgaben haben wir gearbeitet (obwohl wir ja mehr eingebaut haben):

  • Wohnlicher Zustand: Es muss klar ersichtlich sein, dass in dem Fahrzeug gewohnt werden kann.
  • Bett: Eine Schlafstätte muss vorhanden sein. Diese kann fest verbaut sein oder durch kleine Umbauten wie z.B. der Sitzbank eingerichtet werden.
  • Sitzecke: Eine Sitzgelegenheit und ein Tisch müssen vorhanden sein. Der Tisch kann fest verbaut oder mit wenigen Handgriffen aufgestellt werden.
  • Stauraum: Schränke, Sitzkisten mit Stauraum oder andere Fächer zum Unterbringen von Kleidung, Lebensmittel etc. muss vorhanden sein
  • Kochstelle: Eine Kochstelle muss vorhanden sein. Fahrzeuge mit starken Akkus haben heute schon Induktionsherde, aber ansonsten bedeutet das Diesel oder Flüssiggas Anlage. Für eine Gas-Anlage ist dann aber bei Kastenwagen die Gasprüfung vorgeschrieben. In kleineren Fahrzeugen werden auch gerne die Gas-Kartuschen Kocher eingesetzt wo keine Prüfung erforderlich ist. Diese müssen dann aber so eingebaut werden, dass sie nur bei offener Türe betrieben werden können. Die meisten bauen den Kartuschenkocher fest in eine Schublade ein, die man nur nach Außen öffnen kann, wenn die Türe offen ist.
  • Zweiter Fluchtweg: Es müssen zwei Fluchtwege aus dem Wohnraum an zwei unterschiedlichen Seiten nach draußen führen. Das ist bei Kastenwagen mit der Schiebe- und der Hecktüre ja gegeben. Wenn man dafür Fenster anführen möchte, gibt es Mindestgrößen, die beachtet werden müssen. Generell gibt es einen Unterschied, ob man mit oder ohne Trennwand zum Fahrerhaus arbeitet und ob vielleicht sogar während der Fahrt Personen im Wohnraum sitzen können (richtige Sitze mit Anschnallgurten). In diesem Fall muss der gesamte Ausbau mit allen Möbeln etc. so sicher sein, dass bei einem Unfall dadurch keine Verletzungen entstehen. Es wird dann auch auf abgerundete Ecken und Kanten etc. geachtet. Ohne Trennwand darf bei einem Unfall oder starkem Bremsen nicht nach vorne fliegen.
    Wir haben eine Trennwand und niemand sitzt während der Fahrt im Wohnraum, also müssen wir das nicht so genau beachten.
    Nur für den Fluchtweg durch die Hecktüre haben wir am Bett eine Aussparung gemacht, damit wir an den tiefer unten liegenden Griff der Hecktüre kommen. Geprüft wurde es aber nicht.

Vor der Zulassungsprüfung musste Nils noch auf die Waage um das neue Leergewicht mit all den festen Ausbauten zu ermitteln. Das Fahrzeug muss nach aktuellen Vorgaben (Stand 2018) im fahrbereiten Zustand mit allen Tanks (Diesel,Frischwasser) zu 90% gefüllt und ohne Fahrer gewogen werden. Für den Fahrer wird danach pauschal 75 kg drauf gerechnet.

Wir haben also Nils wieder komplett ausgeräumt und sind zwei Tage vor TÜV Termin zu einem Verwertungshof / Recycling Betrieb in der Nähe gefahren. Diese haben meist eine große Fahrzeugwaage und stellen für ein geringes Entgelt (bei uns 6,55€) eine Wiegekarte oder Wiegeschein aus, wie die der TÜV benötigt. Einige TÜV Stellen haben aber auch eine Waage vor Ort.

Unser Nils wog 2.740 kg, also haben wir ca. fest 500 kg eingebaut, ultralight, wie beim Wandern 😅. Genau können wir das nicht sagen, da wir ihn vor dem Ausbau nicht gewogen haben und der alte Fahrzeugschein da nicht eindeutig war.

Für den TÜV Termin haben wir dann wieder ein paar Dinge (Bettzeug, Kissen, Geschirr) eingeräumt und alles schön wohnlich und schick gemacht. Der erste Eindruck ist für den TÜV Prüfer sicher auch wichtig, sind ja alles Menschen. Wenn die Schiebetür aufgeht und das erste was man sieht, ist eine unaufgeräumte Baustelle mit Sägespänen und Dreck, werden die wichtigen Details sicher auch noch genauer hinterfragt.

Unser Prüfer war jedenfalls sofort zufrieden. Das Nils ein Wohnmobil ist und bleibt, ist ja auch offensichtlich. Da wir die Gasprüfung schon hatten, war auch der Punkt Kochstelle keine Frage. Wir haben uns auch eher über die Details unseres Ausbau Konzeptes unterhalten, der Prüfer war selbst WoMo-Fahrer 😊. Das Fahrzeug selbst musste nicht geprüft werden, da es noch gültigen TÜV hatte und wir keine anzumeldende Änderungen vorgenommen haben.

Nach bestandener TÜV Prüfung, hat das Fahrzeug eine geänderte Betriebsart, die man in der Zulassungsstelle anmelden muss.

In Köln kann man dafür online einen Termin zur „Eintragung technische Änderung“ beantragen. Für diesen Termin benötigt man

  • Fahrzeugbrief / Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung Teil I
  • Prüfbescheinigung Wohnmobil Betriebserlaubnis
  • eVB Nummer (Elektronische Versicherungsbestätigung)
  • Personalausweis
  • Geld (ca. 10€)

Unser Fahrzeug war ja bereits als LKW zugelassen und hatte eine entsprechende Versicherung. Der Wechsel der Betriebsart berechtigt nicht zur sofortigen Kündigung der Versicherung, wie es z.B. bei einem Verkauf oder Verschrottung der Fall ist. Die Zulassungsstelle verlangt aber zwingend eine neue eVB Nummer, da eben eine neue Versicherung benötigt wird. Zum Glück bot unser Versicherung auch eine Wohnmobilversicherung an, das machen aber nicht unbedingt alle Versicherer. Wer sich also ein Fahrzeug als PKW oder LKW anmeldet und ausbaut, sollte sich gleich einen Versicherer suchen, der auch Wohnmobile versichert.

Von der Zulassungsstelle haben wir nun einen neuen Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein für ein Wohnmobil erhalten.

Danach erfolgt der wohl wichtigste Schritt: Fahrzeugtaufe 🍾🥂😜

Es bleibt noch viel zu tun……….

Bis bald

Nils Campervan Team

Wir übernehmen keinerlei Garantie für die Richtigkeit unsere Angaben. Alles sollte durch einen Fachmann ausgeführt werden!
In unserem Blog nennen wir einige Produktnamen. Das ist keine Werbung oder Produktplatzierung, wir berichten einfach nur, welche Produkte wir gekauft haben!

 

2 Gedanken zu „Wohnmobil Zulassung

  1. Herzlichen Glückwunsch zur Wohnmobil-Zulassung für euren Nils, jetzt ist er ein geprüftes und vollwertiges Mitglied im Club der Wohnmobile, hihihi, dann stellt mal schon den Sekt kalt für die Taufe! Ich freu mich so für euch! Nochmals allzeit gute Fahrt und viel, viel Freude euch dreien mit eurem Nils.
    Liebe Grüße und habt eine schöne neue Woche,
    Monika und Mimi.
    P.S.: Wenn Nils jetzt amtlich ein Wohnmobil ist, müßte man ja eigentlich auch noch Brot und Salz mitbringen, wie zur Wohnungseinweihung, lach, dann machen wir das mal:
    [Danke für die Bilder!!! Die Links mussten wir leider raus nehmen, weil wir nicht die Rechte über die Bilder haben 😦 ]

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