Wintercamping und Kondensat im Campervan

Hallo Campingfreunde,

heute wollten wir euch einmal berichten, wie sich Nils beim Wintercamping geschlagen hat und wie wir das Thema Kondensat im Camper in den Griff bekommen haben.

Wir haben mit Nils nun einige Touren bei winterlichen Temperaturen unternommen, minimal hatten wir bisher -10 Grad Außentemperatur. Die Temperatur in der Wohnkabine konnten wir mit unserer Heizung auf gemütliche 21 Grad einstellen. Nach einer kalten Wanderung auch gerne einmal mehr.
Nachts, oder wenn wir unterwegs sind, senken wir die Temperatur auf 16 bis 18 Grad.

Der Gasverbrauch ist dabei erfreulich gering. Bei den tiefsten Temperaturen (eine Woche -5 bis -10 Grad) reichte eine 11 Kg Gas Flasche etwas über eine Woche.
Bei Außentemperaturen um die 0 Grad erheblich länger.

Die Truma Gas Heizung benötigt auch Strom für die Warmluftverteilung, hier benötigen wir bei diesen Temperaturen für die Nacht ca. 8 Ah bzw 96 Wh.

Bei den relativ milden Winter Temperaturen in Köln, lassen wir die Heizung sogar über die Woche auf 6 Grad „Frost Warner“ durch laufen. So brauchen wir nicht alles Winterfest machen und können am Wochenende gleich wieder auf Tour gehen.

Wie wir Nils isoliert haben, haben wir euch ja schon berichtet. Die Idee war es, restlos alles mit mindestens einer dünnen Schicht Armaflex zu bedecken und sämtliche Öffnungen zu Holmen etc. luftdicht zu verschließen. Es sollten keinerlei Kältebrücken vorhanden sein. Unter anderem aus diesem Grund, haben wir auch die Trennwand zum Fahrerhaus behalten.
Unsere Luftversorgung sollte über eine der im Fahrzeug vorhandenen Lüftungsöffnungen hinten rechts, hinter dem Hinterrad erfolgen.

CEE Dose rechts zum Massepunkt und links zum Elektroraum. Zuluft Öffnung unten.

Für die Entlüftung haben wir ein Lüftungsgitter über dem Kochfeld vorne und führen die Abluft zur Seite durch die Außenwand.

Lüftungsgitter mit Schieber zum Verschließen

Abluftgitter (Dekaseal noch nicht abgetupft)

Das klingt jetzt etwas wenig für die Luftversorgung, aber mit den sonstigen nicht hundertprozentig schließbaren Öffnungen wie Türspalte etc. funktioniert das sehr gut. Die Luft im Nils ist immer sehr frisch und niemals stickig oder feucht. Wenn wir kochen, öffnen wir zusätzlich die Dachluke, damit der Dampf und die Verbrennungsgase abziehen.

Trotzdem entsteht in einem so kleinen Raum Luftfeuchtigkeit und Kondensat, wie es jeder Camper kennt. Besonders bei kaltem und feuchtem Wetter und wenn wir noch mit nasser Kleidung von einer Wanderung kommen, ensteht schon einiges an Kondensat und man muss schon noch zusätzlich lüften.
Die Luftfeuchtigkeit schlägt sich nun an allen kalten Flächen als Kondensat nieder und läuft auch herunter. An ungünstigen Stellen könnte das auch zu Schäden führen oder zumindest unschön werden. Meist findet sich das Kondensat an den Fenstern, speziell in der Fahrerkabine, wenn man keine Trennwand hat aber auch an allen Kältebrücken, die man noch übersehen hat. Wir hatten ein paar kleinere Stellen, wo die Überlappung des Armaflex aufgegangen war und das Metall offen lag, an diesen Stellen regnete es Kondensat vom Oberschrank. Eine größere Stelle hatten wir an der „Hutabage“, also die Kunststoffwanne/Ablage über dem Fahrerhaus.

Kunststoffwanne mit Stauraum über dem Fahrerhaus

Wir hatten uns bei der Isolation entschieden, die Kunststoffwanne nicht auszubauen, sondern diese gleich als Dampfsperre zu verwenden. Dazu hatten wir sie kurz angehoben und 19mm Armaflex drunter geschoben und dann rund herum zugeklebt und mit grünem Dampfsperrband an das Armaflex an den Außenwänden angeschlossen. Was wir in der Enge da oben aber nicht gesehen hatten, waren die vielen Löcher bzw. Öffnungen (für Spanngurte?), die in der Wanne sind.
Zusätzlich Waren auch noch einige Stellen der Dampfsperre aufgegangen. Das Ergebnis war, dass wir nach einigen Tagen Camping beim Losfahren Regen im Cockpit hatten. Das Kondenswasser hatte sich in den Ablagen über der Frontscheibe gesammelt und bei jeder Kurve lief es aus der Innenbeleuchtung.
Wenn wir am Abend Bratwurst hatten, roch das Wasser nach Frittenbude🤣

(der Schmutz auf den Bildern sind übrigens die Pollen aus dem letzten Sommerurlaub im Schwarzwald, die findet man immer noch überall 😅)

Wie es jetzt aussieht, haben wir nun alle Lücken in der Dampfsperre gefunden und wir finden Kondensat nur noch dort, wo wir es kontrollieren können.

Das ist zum einen an den Fenstern.
Die S4 Fenster sind schon sehr durchdacht und auch in Bezug auf Kondensat optimiert. Die Scheiben sind doppelt Kunststoff und recht gut isoliert. Wenn man aber nachts den Sichtschutz schließt, kühlt es dahinter aus und es bildet sich an den Scheiben innen das Kondensat. Wenn es zu viel wird und hinunter läuft, sammelt es sich unten an der Dichtung in einer kleinen Rinne und läuft nicht etwa an den Holzrahmen, womit wir sie eingebaut haben. Wenn man nun morgens die Fenster zum Lüften öffnet, kann das Kondensat einfach nach draußen laufen. Mit einem kleinen Abzieher kann man den Rest dann auch noch raus befördern. Wie hieß es so schön im Film „Das Boot“: „Das Wasser muss raus…“😅

Bei uns sammelt sich nun die größte Menge des Kondensats im Spalt zwischen den Hecktüren.
Wir haben auch die Hecktür sehr gut isoliert, nur das Schloss selbst geht ja nicht. Dies ist ziemlich robust und enthält sehr viel kaltes Metall. Das Kondensat läuft von dort nach unten und findet unten einen kleinen Spalt, wo es nach außen läuft – Perfekt!👍

Kondenswasser läuft vom Schloss über das Moosgummi nach unten.

An der Dichtung ist unten ein kleiner Spalt, wo das Wasser raus läuft

Hier müssen wir nur aufpassen, dass die Metallkante nicht rostet


Unser Ausbau mit dem Bad an der Schiebetür hat sich auch für den Winter als sehr vorteilhaft heraus gestellt. Wenn wir zu einer Wanderung aufbrechen, schließen wir die Sichtluke und die Falttüre um den abgeschlossenen Bad Raum in Betrieb zu nehmen. Wenn wir zurück kommen und die Schiebetür öffnen, dauert es mit Wanderschuhen, Rucksäcken und Jule trocken legen schon einmal etwas und wir verlieren nicht die gesamte warme Luft.

Bad als Luftschleuse im Winter

An der Toilette arbeiten wir aktuell, dann wird das Provisorium (unter dem schwarzen Tuch) durch eine Trocken-Trenn-Toilette ersetzt und das Bad wird wieder etwas schöner. Auf dieser Kiste sitzend kann man sich dann auch in Ruhe die Wanderschuhe schnüren oder ausziehen.

Trockentrenn-Toilette mit Mülleimer und als Sitzbank

Über die Kiste werden wir berichten, wenn sie in Betrieb ist.

Solltet ihr Fragen haben, schreibt uns gerne einen Kommentar oder eine Mail.

Vielen Dank an alle Leser, Follower und Kommentatoren.

Wir freuen uns riesig über jedes Like und jeden neuen Follower der uns bei unseren Arbeiten begleitet.

Es bleibt noch viel zu tun…

Bis bald

Nils Campervan Team

Wir übernehmen keinerlei Garantie für die Richtigkeit unsere Angaben. Alles sollte durch einen Fachmann ausgeführt werden!
In unserem Blog nennen wir einige Produktnamen. Das ist keine Werbung oder Produktplatzierung, wir berichten einfach nur, welche Produkte wir gekauft haben!

4 Gedanken zu „Wintercamping und Kondensat im Campervan

  1. Glückwunsch, da habt ihr das Thema Kondensat ja in den Griff bekommen, das freut mich!
    Und Nils hat sich wacker geschlagen beim Wintercamping, schön muggelig von innen, das ist so herrlich, wenn man durchgefroren von einer Wanderung kommt, nicht wahr?!
    Klasse, die Idee mit der Schiebetür, die euch die Wärme drinnen hält!
    Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche und noch ganz viel Freude mit eurem Nils beim Wintercampen, liebe Grüße
    Monika.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s