LiFePO4 im Campervan

Für die Optimierung unserer Stromversorgung in unserem Campervan, haben wir unsere Blei-GEL Akkus gegen einen LiFePO4 Akku getauscht. Damit sind wir nun auch im Winter besser autark.

Offgridtec LiFePo4 Smart-Pro 12/200 Akku 12,8V 2560Wh (Plus Pol für den Einbau isoliert)

Das letzte Jahr konnten wir einige Erfahrungen mit unserer Stromversorgung sammeln. Über den Sommer lieferte unsere Solaranlage so viel Energie, dass wir jeden Abend immer volle Akkus hatten. Verbraucht wird der Strom bei uns fast nur am Abend, wenn wir nicht zu Wanderungen unterwegs sind.
Im Herbst, wo die Sonnenstunden und damit die Solarenergie weniger wurde, stand nicht mehr unbegrenzt Energie zur Verfügung und wir mussten anfangen, mit dem Strom zu haushalten. Mit den kürzeren Tagen werden auch die Abende länger und die Zeit, wo man im Wohnmobil sitzt und Fernsehen, Licht und andere Geräte in Betrieb hat. Zusätzlich läuft neben dem Kühlschrank dann auch die Heizung über Nacht.
Viele füllen in der dunklen Jahreszeit ihre Akkus hauptsächlich per B2B, also durch die Lichtmaschine des Motors, wenn sie mit dem Wohnmobil fahren. Wir nutzen Nils aber hauptsächlich am Wochenende und als Basecamp für Wanderungen. Dabei reisen wir meist Freitag Abends an um dann von einem Stellplatz aus zwei volle Tage zu wandern. Diese Stellplätze haben aber nur sehr selten eine Landstromversorgung, so das wir auch nicht über 230 Volt laden können.

Blei-GEL Akkus benötigen auch zur optimalen Funktion regelmäßig einen kompletten Ladezyklus. Dieser ist recht lang und wird gerne mit 24 Stunden angegeben. Auch wenn dieser kürzer ist, schafft man das wohl meist nur an Landstrom, so lange scheint die Sonne ja leider nicht.😉

Einbausituation Blei-GEL Akkus unter Sitzbank

Nach einigen Gesprächen und Beratungen mit Offgridtec, dem Lieferanten unserer Solaranlage, viel unser Entschluss, auf eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie zu wechseln. Diese sind zwar teurer als andere Batterien, aber die Eigenschaften dieser Akkus passen erheblich besser zu unserem Nutzungsverhalten. Die Anzahl der verfügbaren Ladezyklen über die Lebenszeit, soll erheblich mehr sein. Das muss man bei der Kosten/Nutzen Berechnung auch mit berücksichtigen.

Der LiFePO4 Akku verfügt über normale M8 Anschlüsse und kann so einfach gegen die Blei-GEL Akkus getauscht werden, die Anschlusskabel können weiter verwendet werden. Da wir die zwei 100 Ah gegen einen 200 Ah Akku tauschten, mussten wir die Boden Halterung etwas verändern.

2 Stück 100 Ah Blei-GEL Akkus á 30,8 Kg

Ein Vorteil ist hier auch die Reduzierung des Gewichts von 61 Kg Blei auf jetzt 24,5 Kg LiFePO4.

Da der neue Akku etwas länger ist und damit nicht in die Halterung auf dem Boden passte, bauten wir diesen einfach quer ein und setzen ihn oben auf die Lattung. Zur Sicherheit legten wir noch ein Brett unter um das Gewicht zu verteilen. Mit neuen Lattungen sicherten wir den Akku in alle Richtungen gegen Verrutschen. Zwei Spanngurte verhindern ein Umkippen in beide Richtungen.

Durch das Hochstellen des LiFePO4 Akkus kann dieser durch die geheizte Raumluft umströmt werden. Da wir Nils im Winter nicht einfrieren lassen und im Frostwarner Betrieb auf 8 Grad halten, ermöglichen wir, dass der Akku auch in der Sitzkiste auf minimal 7 Grad bleibt. Eine Eigenschaft der LiFePO4 Akkus ist es, dass sie unter 0 Grad nicht  geladen werden können. Die eingebaute Ladekontrolle (BMS Batterie Management System) verhindert dies um Schäden im Akku zu verhindern.
Das bezieht sich aber nur auf das Laden, Strom liefert dieser auch weit unter 0 Grad. Auch wenn man seinen Camper im Winter nicht heizt, braucht man ja nur darauf achten, dass der Akku nicht leer ist, wenn er einfriert.

Unser Ladegerät VBCS Triple 30/20/250 stellten wir von „Blei-GEL“ auf das Ladeprogramm „6 : LiFePO4 mit 14,2 Volt“ und den Votronic Batterie Computer (am Smart-Shunt) auf Einstellwert „82“ ein.

Unser LiFePO4 Akku ist eine Smart Pro Version mit Bluetooth. Über eine App auf dem Smartphone können einige Informationen direkt aus dem Akku gelesen werden

Unsere ersten Erfahrungen sind top!

Die wohl wichtigste Eigenschaft dieses Akku Typs ist es, dass man fast immer den vollen Ladestrom nutzen kann. Auch wenn nur kurz die Sonne verfügbar ist, wird die volle Stromstärke durch den Akku sofort aufgenommen. Auch bei B2B oder Landstrom wird direkt mit voller Leistung geladen. Blei-GEL Akkus nehmen mit ihrer Ladekurve nicht immer gleich die volle Leistung auf und nutzen kurze Ladungszeiten nicht so optimal aus.
Mit diesen kürzeren Ladezeiten könnten wir vielleicht auch im Sommer teilweise im Schatten stehen und nur kurze Zeit in der vollen Sonne.
Ein weiterer Vorteil ist die konstante Spannung über den größten Teil der Ladung. Diese LiFePO4 Akkus halten die Spannung von 13,2 Volt fast konstant bis kurz bevor sie leer sind. Unsere Blei Akkus fielen bei geringerer verbleibender Kapazität auf unter 12 Volt, was einige Geräte wie die Heizung oder Kühlschrank irgendwann zu wenig war und diese abschalteten.

Mit diesem neuen System sind wir nun auch im Winter nicht mehr auf Stellplätze mit Landstrom Versorgung angewiesen und können unsere Basecamps näher an die Wanderwege legen.

Um es noch einmal zu erwähnen, wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Diese Akkus sind teuer und wir haben lange abgewogen, ob wir zu dieser Investition bereit sind.

Solltet ihr Fragen zu den verwendeten Komponenten haben, schreibt uns gerne einen Kommentar oder eine Mail.

Vielen Dank an alle Leser, Follower und Kommentatoren. Wir freuen uns riesig über jedes Like und jeden neuen Follower der uns bei unseren Arbeiten begleitet.

Es bleibt noch viel zu tun……….

Bis bald

Nils Campervan Team

Wir übernehmen keinerlei Garantie für die Richtigkeit unsere Angaben. Alles sollte durch einen Fachmann ausgeführt werden!
In unserem Blog nennen wir einige Produktnamen. Das ist keine Werbung oder Produktplatzierung, wir berichten einfach nur, welche Produkte wir gekauft haben!

 

3 Gedanken zu „LiFePO4 im Campervan

  1. Klingt super! Mit 200 Ah kommt man auch gut weit. Ist da ein BMS mit eingebaut? Dass sie bei Minustemperaturen nicht laden, wusste ich noch nicht, danke für die Info.
    Hab zwar nur ne 90 Ah aber komme damit auch schon besser klar als vorher mit der Bleibatterie.
    Wünsche euch viele tolle Ausflüge mit genug Strom ! 🙂

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  2. Ein klasse Beitrag. 😊👍🏻
    Wir haben unseren „Günther“ ja erst zwei Wochen, trotzdem schwebt mir der Gedanke im Kopf irgendwann um zu rüsten. Darf man mal nach dem Preis des neuen Akkus fragen? 👀

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